Der schwere Atemschutz ist für die Feuerwehren unverzichtbar. Bei fast allen Bränden und vielen technischen Einsätzen können giftige Dämpfe austreten und stellen daher eine unmittelbare Lebensgefahr für die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden dar!

Der zukünftige Atemschutzgeräteträger muss sich vor der Ausbildung einer medizinischen Untersuchung unterziehen, wo vor allem die physische- und psychische Tauglichkeit überprüft werden. Nach Feststellung der Tauglichkeit wird in der Feuerwehrschule Lebring die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger in Theorie und Praxis durchgeführt. Während dieser Ausbildung wird so mancher zukünftige Atemschutzgeräteträger seine persönlichen Leistungsgrenzen im physischen und psychischen Bereich kennenlernen.
In weiterer Folge muss sich jeder aktive Atemschutzträger einer jährlichen Überprüfung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit in einem standardisierten Testverfahren unterziehen. In diesem ÖFAST genannten Test sind 5 körperlich fordernde Aufgaben in voller Atemschutzausrüstung zu absolvieren.

Der Atemschutzwart ist neben der laufenden Fort- und Weiterbildung der Atemschutzgeräteträger auch für das Atemschutzgerät als solches verantwortlich. Hierzu zählt nicht nur die Wartung, Überprüfung und Wiederbefüllung sondern auch eine Vielzahl an administrativen Tätigkeiten. Die Aufgabe eines Atemschutzwartes bedarf eines verantwortungsvollen und pflichtbewussten Kameraden.

Atemschutzwart LM Michael Hammer

Unsere Atemschutzgeräte

Die drei Atemschutzgeräte sind im HLF3 entgegen der Fahrtrichtung verlastet, so kann sich der Atemschutztrupp bereits auf der Anfahrt vollständig ausrüsten.

Hersteller: Interspiro
Modell: QS II
Flaschen: Stahlflaschen, 6 Liter, 300 bar
Ausstattung:

  • Totmannwarner
  • Zweitanschluss
  • Integrierter Haltegurt

Drei Atemschutzgeräte und 6 Atemluftflaschen befinden sich im HLF3, weitere 3 Flaschen befinden sich befüllt als Reserve im TLF4000

Als Atemschutzmaske kommt das Modell S-Klasse von Interspiro mit Überdrucksystem und integriertem Lungenautomaten zum Einsatz. Unsere Masken sind zusätzlich mit dem Maskenfunksystem „SpiroCom XXL“ ausgestattet, welches eine permanente Kommunikation innerhalb des Trupps sowie zum Gruppenkommandanten gewährleistet.

Als Wärmebildkamera kommt das Modell „Reveal FirePRO“ des Herstellers „Seek“ zum Einsatz. Dieses extrem kompakte und doch leistungsstarke Modell ist fix auf dem Gurt des Atemschutz-Truppführers angebracht.
In stark verrauchten Räumen ermöglicht sie gleichzeitig Orientierung und wertvolle Unterstützung bei der Personensuche. Auch beim Aufspüren von Glutnestern, bei Schadstoffaustritten, der Personensuche oder dem Lokalisieren von Insektennestern kommt die Kamera zum Einsatz.

Atemschutzträger bei einer Übung, einem realen Fahrzeugbrand und in voller Ausrüstung bei der jährlichen Leistungsüberprüfung „ÖFAST“.

ASLP Silber
Atemschutzleistungsprüfung:

Die Atemschutzleistungsprüfung (ASLP) ist keine Prüfung auf Zeit, sondern vielmehr werden die wichtigsten Handgriffe und die Zusammenarbeit des gesamten Atemschutztrupps vertieft. Auch das Arbeiten mit der Außenüberwachung ist wesentlich, da man sich unter Stresssituationen komplexe Daten wie Namen der Geräteträger, Einsatzbefehl und -zeiten, Gerätedruck usw. für die spätere Einsatzdokumentation nicht über einen längeren Zeitraum merken kann.